Unsere Pflanzen
Dieses Werk ist eine Hommage an die lebendige Heilkraft der Natur.
Es verbindet traditionelles Pflanzenwissen, persönliche Naturerfahrungen
und altes Volksheilwissen zu einem praxisnahen Begleiter für den Alltag.
Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Mensch und Pflanze nicht nur als Wirkstoff, sondern als Wesen mit Charakter, Rhythmus und Energie.
Es wird beschreibt, wie man Kräuter sammelt, verarbeitet und in Form von
Tees, Tinkturen, Ölauszügen oder Salben anwendet.
Zentrale Pflanzen & ihre traditionellen Eigenschaften
Brennnessel (Urtica dioica)
- Stärkt und vitalisiert den Organismus
- Unterstützt Nieren- und Stoffwechselfunktion
- Inhaltsstoffe: Histamin, Acetylcholin, Ameisensäure, Flavonoide, Gerbstoffe
- Reich an Mineralstoffen (Vit. C, Calcium, Magnesium, Eisen und Silizium; Samen sind eine Mineralstoffbombe)
- Traditionell eingesetzt bei Frühjahrskuren
- Standort: sonnige bis halbschattige Standorte
- Anwendung: rheumatische Beschwerden, Gicht, Nieren- und Blasenentzündung und Steinen, Blutreinigend
- Verwendung: Tee, Presssaft, Tinktur, Bad, Spinat
Löwenzahn (Taraxacum officinale)
- Fördert Leber- und Gallenfunktion
- Unterstützt die Verdauung
- Wirkt anregend und reinigend
- Symbol für Erneuerung und Neubeginn
Beifuß (Artemisia vulgaris)
- Traditionelle Frauen- und Ritualpflanze
- Fördert Verdauung und Wärme im Körper
- Wird mit Schutz- und Reinigungskraft verbunden
Holunder (Sambucus nigra)
- Unterstützt bei Erkältungskrankheiten
- Schweißtreibend und immunstärkend
- In der Volksheilkunde als Schutzbaum verehrt
Ringelblume (Calendula officinalis)
- Fördert Wundheilung
- Beruhigt gereizte Haut
- Wird häufig in Salben und Ölauszügen verwendet
Schafgarbe (Achillea millefolium)
- Reguliert Verdauung und Frauenzyklus
- Krampflösend und entzündungshemmend
- Gilt als ausgleichende „Mitte“-Pflanze
Kernbotschaft
Die Natur ist nicht getrennt vom Menschen.
Wer beginnt, Pflanzen bewusst wahrzunehmen,
entwickelt ein feines Gespür für Zyklen, Rhythmen und die eigene innere Ordnung.
Ich lade dazu ein, Heilpflanzen nicht nur zu konsumieren,
sondern ihnen zu begegnen achtsam, respektvoll und mit wacher Neugier.
Traditionelle Zubereitungen & Hausmittel
Die Rezepte im Buch basieren auf überliefertem Volksheilwissen.
Sie sind einfach, naturverbunden und bewusst gehalten –
weniger Labor, mehr Beziehung zur Pflanze.
Kräutertee (Aufguss)
Grundprinzip: Blätter oder Blüten werden mit heißem Wasser übergossen.
- 1–2 TL getrocknetes Kraut auf 250 ml heißes Wasser
- 10–15 Minuten zugedeckt ziehen lassen
- Frisch trinken, bewusst und langsam
Typische Pflanzen: Brennnessel (kräftigend), Holunderblüten (bei Erkältung), Schafgarbe (ausgleichend)
Kaltauszug
Besonders für mineralstoffreiche Pflanzen geeignet.
- 1–2 EL Kraut in kaltes Wasser geben
- 6–12 Stunden ziehen lassen
- Abseihen, leicht erwärmen oder bei Zimmertemperatur trinken
Typisch: Brennnessel oder Löwenzahnwurzel
Tinktur (Alkoholauszug)
Konzentrierte Pflanzenkraft für längere Haltbarkeit.
- Frische oder getrocknete Pflanzenteile in ein Glas geben
- Mit 40–60%igem Alkohol vollständig bedecken
- 2–4 Wochen dunkel ziehen lassen, täglich leicht schütteln
- Abseihen und in dunkle Tropfflasche füllen
Anwendung: Tropfenweise innerlich oder äußerlich
Ölauszug (Mazerat)
Für Haut und äußere Anwendungen.
- Frische, leicht angewelkte Blüten (z. B. Ringelblume) in Glas geben
- Mit hochwertigem Pflanzenöl (z. B. Olivenöl) bedecken
- 2–3 Wochen an warmem Ort ziehen lassen
- Abseihen und dunkel lagern
Basis für Salben oder direkt zur Hautpflege nutzbar.
Heilsalbe
- 100 ml Kräuteröl sanft erwärmen
- 10–15 g Bienenwachs einrühren
- In kleine Tiegel füllen und abkühlen lassen
Typisch: Ringelblumensalbe für beanspruchte Haut
Räucherwerk
Getrocknete Kräuter wie Beifuß oder Schafgarbe werden auf Kohle oder
Räuchersieb verglimmt. Traditionell genutzt zur Reinigung von Räumen
oder zur Begleitung von Übergängen im Jahreskreis.